Kolpinghilfe

Die Kolpinghilfe ist eine Initiative der Kolpingsfamilien des Kolpingwerkes Diözesanverband Erfurt. Die Kolpinghilfe organisiert Aktionen, Begegnungen und Projekte, die dazu beitragen, dass es benachteiligten und notleidenden Menschen in Rumänien und der Ukraine besser geht und dass das Verständnis für die Menschen dieser Länder wächst.
Aktionen Partner Projekte Patenschaften Begegnungen


Die Kolpinghilfe (früher Rumänienhilfe) begann 1990 aufgrund der Informationen über die erschütternden Verhältnisse in rumänischen Kinderheimen. Die Mitglieder des Kolpingwerkes Diözesanverband Erfurt entschieden auf ihrer Diözesanversammlung, die Centrul Scolar Nr. 15, ein Kinderheim in der Stadt Ineu im Kreis Arad, zu unterstützen. In dem Heim wohnten zu dieser Zeit ca. 450 Jungen unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Im Herbst 1990 starteten die ersten Hilfstransporte von Thüringen in Richtung Ineu. Es wurden Lebensmittel und Kleidung nach Rumänien gebracht, denn es galt die existentielle Not zu lindern. Später wurden auch andere Hilfsgüter wie Spielzeug, Schul- und Bastelmaterial, Medikamente, medizinische Geräte, Sportgeräte, Möbel, Baumaterial, Werkzeuge, Maschinen, elektrische Geräte und vieles mehr nach Ineu in das Kinderheim gebracht oder in Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen verteilt.

In den ersten Jahren organisierten wir pro Jahr bis zu acht Hilfstransporte für Rumänien. Aufgrund veränderter Einfuhrbedingungen, steigender Transportkosten und der veränderten wirtschaftlichen Lage im Land sind es seit 2000 jährlich noch ein bis zwei Transporte. Von 1990 bis 2010 brachten 60 Transporte über 1.000 Tonnen Hilfsgüter, davon über 50.000 Weihnachtspakete, nach Rumänien.

Aufgrund der Hilfe verschiedener ausländischer Partner und dem großen Engagement des Direktors der Einrichtung verbesserten sich langsam die Verhältnisse im Kinderheim in Ineu. So konnten wir einen Teil unserer Unterstützung anderen Partnern zukommen lassen.

Anfang der Neunziger Jahre gründeten sich in Rumänien die ersten Kolpingsfamilien. Zu ihnen nahmen wir 1993 Kontakt auf und halfen ihnen beim Aufbau des Kolpingwerkes in Rumänien. Besonders freundschaftliche Beziehungen entstanden zu den Kolpingsfamilien in der römisch-katholischen Diözese Timisoara und der griechisch-katholischen Diözese Lugoj, die gemeinsam den Kolping Regionalverband Banat gründeten.

Im Jahr 2002 begannen wir gemeinsam mit dem Bildungsverein „Johannes Falk Rumänien“ Ausbildungs- und Betreuungsprojekte für junge Erwachsene mit Behinderung. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Behindertenhilfe „Aktion Mensch“ konnten die Projekte „Mobile Schule“ und der Förderkreis „Arbeit und Begleitung von Menschen mit Behinderung“ erfolgreich realisiert werden.

Seit 2004 hat die Kolpinghilfe eine Patenschaft zum Familienhaus Casa Elisabeta in Mocrea übernommen. Dort sind ehemalige Heimkinder aus Ineu in familienähnlichen Verhältnissen untergebracht. Jedes dieser behinderten Kinder hat einen persönlichen Paten in Thüringen. Das Patengeld ermöglicht kleine Ausflüge, Feste, Anschaffungen fürs Haus und persönliche Geschenke, z.B. zu Weihnachten.

In der Ukraine werden seit einer Begegnungsfahrt 2006 bedürftige Familien in einem Dorf in der Nähe von Ivano Frankivsk durch persönliche Patenschaften unterstützt. Im Jahr 2009 wurden Kontakte zum Kolpingwerk Ukraine geknüpft.

Begegnungsfahrten und Partnerschaftstreffen gehören schon seit 1994 zur Kolpinghilfe. Durch persönliches Kennenlernen und gegenseitigen Erfahrungsaustausch sind viele Kontakte und Freundschaften entstanden, die das Verständnis fördern und das Vertrauen stärken. Aus der anfänglichen Hilfe für Bedürftige wurde eine starke Partnerschaft, die auch in Zukunft finanzielle, materielle und ideelle Hilfe für unsere Partner, aber auch lebendiger und konstruktiver Bestandteil unserer Verbandsarbeit ist.

An dieser Stelle möchten wir allen, die uns durch ihre aktive Mitarbeit und durch Sach- oder Geldspenden unterstützt haben und immer noch unterstützen recht herzlich danken.